Die beste (Ex-) Rabenmutter aller Zeiten, oder vielleicht doch nicht?

Die beste (Ex-) Rabenmutter aller Zeiten, oder vielleicht doch nicht?

Diesen Artikel schreibe ich im Zuge der Blogparade „Und täglich grüßt die Rabenmutter“ von Marianne Rott von Mia Anima. Ich freue mich sehr, von Marianne eingeladen worden zu sein. 

 

Mit meinem Beitrag möchte ich euch allen da draußen ein bisschen Mut machen, das wir nicht immer die besten Mütter aller Zeiten sein können, auch wenn wir uns noch so viel Mühe geben. Irgendetwas läuft ja sowieso nicht immer so, wie wir uns das vorstellen. 

 

Ich habe meine Erziehung auch überstanden

Wenn ich so zurückdenke, wow, ich hätte sicher einiges besser machen können, das mit meinen Kindern und der Erziehung. Ich war bestimmt nicht die allerallerbeste Mama, aber ich glaube sowieso, dass Mütter von Haus aus nie perfekt sind, immer mal Fehler machen und irgendwann, um dem ganzen noch eins drauf zusetzen, mega peinlich werden. Macht aber nichts, unseren Kindern wird es sicher einmal genauso mit ihren Kindern gehen. Dieser Gedanke tröstet mich über die ganzen Fehler die ich gemacht habe, ein klein wenig hinweg. Meine Mama war auch nicht perfekt und ich habe es trotzdem überlebt.

 

Perfekte Mütter gibt es nicht, genauso wenig wie Rabenmütter, ist meine Meinung. Jede Mutter handelt immer aus besten Gewissen und Wissen heraus, so wie sie handelt. Ob Außenstehende das auch so sehen, steht auf einem anderen Blatt. Ich glaube auch nich, dass eine Mutter aus böswilliger Absicht heraus ihren Kindern schlechtes tut. Tut sie es doch, weiß ich nicht, ob diese Mutter eine gute Lösung für das Kind ist. Das ist aber ein anderes Thema.

 

Teppichratzen, Brüllaffen und nervtötend

Ich kann nur aus meiner Erinnerung heraus schreiben, weil ich bin ja schon durch, mit dem Jeden-Tag-Mutterdasein. Meine zwei sind schon einige Zeit Teilzeitaußerhaus.

 

Also, es war einmal ....... 

 

Solange ich zurückdenken kann, war mein Plan immer heiraten, 2 Kinder, Hausfrau sein. Genau ab 30, nicht früher, nicht später. Genauso kam es auch. Bis dahin waren für mich alle Babys Teppichratzen, Brüllaffen und samt ihren Müttern nervtötend. Trotzdem war für mich immer klar, ich will auch. Besondere Karrierepläne hatte ich nie. Mir ging es hauptsächlich nur um gewisse Freiheiten. Nicht unbedingt ungebunden, doch immer unabhängig zu sein.  

 

Eis, Eis Baby!!!!

Die Schwangerschaft war kein Thema, alles ganz einspannt. Schwangerschaftsgymnastik ja, Beethoven auf den Bauch nein. Diese Art der Frühförderung fiel weg, dafür gab es 9 Monate lang Eis in rauen Mengen. Doch irgendwann sind 9 Monate rum und der entscheidende Moment, die Geburt, steht an. Oh mein Gott, ich kann das nicht, das mit Kind. Mein Leben hat ein Ende, meine ganze Freiheit beim Teufel. Ich muss mich anpassen, von je her ein Alptraum und kann in Zukunft nie mehr tun und lassen was ich will. Nieeeee mehr!!!!!!

 

Ich bin so in Panik verfallen, dass die Geburt endlos dauerte. Von der ersten bis zur letzten Wehe 36 Stunden. Ich wollte, konnte meinen Sohn einfach nicht loslassen. Trotzdem verlief, alles außer diesen Höllenschmerzen gut. Aber nachdem ich mein Baby ca. eine halbe Stunde auf dem Arm hatte, wollte ich ihn schon das erste mal loswerden. Zigarette bitte, jetzt sofort!!! Kaum Mutter, schon Rabenmutter. 

 

Im Wechselbad der Gefühle

Jetzt ist er da, jetzt kann ich nicht mehr zurück, also machen wir mal das möglichst Beste daraus.

 

Alles wäre vielleicht ein bisschen schöner und runder gelaufen, wenn ich selbst stabiler gewesen wäre. Wenn ich mehr positive, wie negative Gedanken gehabt hätte. Nicht das ich keine Freude mit meinem kleinen gehabt hätte, aber der Alltag mit Kind hat mich total überfordert. Im Nachhinein, mein Putzwahn und immer das Gefühl, etwas sichtbares tun müssen um wertvoll zu sein, hat mich oft an meine Grenzen stoßen lassen. Im ersten halben Jahr kam es öfter vor, dass ich Moritz bei meiner Mama abgestellt habe. Unter anderem mit dem Text: "Ich gebe ihn zur Adoption frei. Ich schaffe das alles nicht" Meine Mama hat wundervoll reagiert. Kein kritisieren, sonder ihn einfach genommen und mich einmal ums Haus geschickt, damit ich mich wieder sortiere. Sie wusste genau, was ich nicht wußte. Ich würde ihn niemals hergeben. Niemals!!!! Dafür war ich viel zu vernarrt in meinen Sonnenschein.

 

So verging, zwischen hysterisch, verzweifelt und doch hingerissen sein, von diesem wundervollen Geschöpf einige Zeit ins Land. Nach einem halben Jahr bin ich mit meinem Mann zusammen gezogen, eine eigene Wohnung im Haus meiner Schwiegereltern. Der nächste Alptraum für mich. Jetzt bin ich nicht mehr nicht nur meiner Freiheit beraubt, sondern auch noch unter Beobachtung. Heute, viele Jahre später, bin ich ihr so dankbar für die Zeit, die sie meinen Kindern geschenkt hat. Dass ICH mit der Situation nicht klar gekommen bin war nicht Ihre Schuld.

 

Rabenmutter war ich in der Zeit insofern, weil Kinder es immer spüren, wenn es der Mama nicht gut geht. Sie kann noch so viel für ihre Kinder da sein, noch so viel für sie tun, unterschwellig bekommen es die Kinder mit, wenn bei einer Mama wieder mal das Gefühl aufkommt, sie gehen nur im Weg um. Nicht meine Kinder sind mir im Weg gestanden, ich selbst bin mir im Weg gestanden.

 

Wenn ich so zurückdenke, es tut mir in der Seele weh, wie ich mich verhalten habe. Nein, ich habe sie nicht geschlagen, ich habe sie nicht Tag und Nacht angeschrien, ich habe sie nicht verbal niedergeschmettert. Es war mein eigener an mich gestellter Perfektionismus, dem meine Kinder nicht gerecht werden konnten. Sie spüren es. Da hat tägliches vorlesen (bis zu ihrem fast 16. Lebensjahr :-) ), tägliches Kochen, Kindergruppe, Kinderturnen und was weiß ich noch alles, nichts geholfen. Auch nicht dass ich sie am liebsten in einen Glaskasten gesetzt hätte, damit ihnen ja nichts passiert.

 

Hin und her gerissen zwischen allen Emotionen eines Mutterdaseins. Ein ewiges auf und ab, zwischen Rabenmutter und beschützender, liebevoller Löwin.  

 

Wir können verzeihen nicht als Ausrede benutzen, ...

... etwas getan oder nicht getan zu haben, so gehandelt zu haben, wie wir gehandelt haben, aber es ist das einzige was wir tun können um uns selbst zu verzeihen. Ein Widerspruch in sich? Ja und nein. Doch welche andere Möglichkeit gibt es, um selbst mit sich selbst und seinem nicht immer so tolle Mutter gewesen zu sein, in (einigermaßen) Frieden zu kommen?  

 

Kleine Wendepunkte

Die ersten Wendepunkte hat ganz klar meine Mama gesetzt, indem sie mich immer wieder auf die kleinen Dinge, Begebenheiten, Situationen im Leben aufmerksam gemacht hat. Die mir immer wieder und wieder gesagt hat, solange ich zurückdenken kann, bis zum erbrechen, alles was dich ärgert, ist ein Spiegel. Die mich immer wieder ermuntert hat, hinter die Fassade, dass offensichtliche  zu schauen, auch wenn's noch so unangenehm Sch**** ist, weil es ja genau genommen immer mit mir selbst zu tun hat. 

 

Der zweite Wendepunkt war dass ich meinen Kinderarzt gewechselt habe, im positiven, wie negativen Sinne. 

 

Positiv deshalb, weil sie den Impfschaden (plötzliches Asthma) von Moritz wieder in den Griff bekommen hat und weil sie mir über den Mund gefahren ist, als ICH eine Antwort auf eine Frage geben wollte, die sie meinem Sohn gestellt hat. "Ich unterhalte mich mit Moritz, nicht mit Ihnen" Upppps!!!! Okay!!!! Dann bin ich lieber mal still.

 

Negativ deshalb, weil sie mir gesagt hat, das mein Sohn ein ziemlich schlaues Kerlchen ist. Vor allen sein Wortschatz ist der Hammer. (Auswirkung von Vorlesen, vom ersten Tag an, auch wenn's manchmal lästig war :-) ) Dass Moritz schlau ist, wusste ich, so wie alle Mütter wissen, dass ihre Kinder unschlagbar intelligent sind. Das Problem war nur, dass er, jetzt erst recht, niemals mehr altersgerechtes Spielzeug bekommen hat, sondern immer etwas für ältere Kinder.

 

Da ich mich nie zum Spielen dazugesetzt habe, Ihr wisst, ich wollte ja meinen Haushalt in Ordnung haben, hat die Sache nicht besser gemacht. Eher noch schlimmer. Er konnte so nie wirklich für sich zufrieden stellende Ergebnisse erzielen. Als Mutter habe ihn durch dass sich alleine, mit nicht Altersgerechtem Spielzeug, auseinandersetzten nicht gefördert, sondern permanent unterschwellig überfordert. Ein Thema das ihn bis heute verfolgt. 

 

Der dritte Wendepunkt? Kinesiologie. Durch einen Zufall bin ich bei einer Kinesiologin gelandet. Ich war vom ersten Augenblick an fasziniert, Feuer und Flamme für die durchschlagenden Ergebnisse in so kurzer Zeit. Anderes Thema, aber wenn du magst, mehr dazu hier.

 

Jetzt wird alles nur noch schlimmer, allerdings in eine andere Richtung!

Ab jetzt bin ich nicht nur eine schlechte Mutter und Förderin, sondern verbaue ihnen auch noch mit meinem „alles locker" - Sehen ihre ganze Zukunft. 

 

Los ging es mit Kindergarten. Mein Großer war durch sein Asthma und eine Alptraum-Mutter Kind-Kur, so angeknackst, das Kindergarten irgendwie nicht wirklich in frage kam. Wir haben es zwar immer und immer wieder mal versucht, aber ich war einfach zu wenig vehement ihn einfach dort zu lassen. Tja, mit sozialem Verhalten wird das wohl nichts, waren die Texte der anderen. Über kurz oder lang fand er es aber trotzdem super, dort zu sein. Hat doch funktioniert, eben auf unsere Art.

 

Ein echter Kindergartenknaller war mein Kleiner. Vorschuluntersuchung. Er schön brav alle Fragen der Prüferin beantwortet. Der Kreis war auf einmal ein Viereck, der Traktor ein Auto, die gelbe Sonne grün. OKAY!!!! Ich habe nichts dazu gesagt. Ist mir ja von der Kinderärztin beigebracht worden. Wenn sich jemand mit ihrem Kind unterhält, zurückhalten. Als wir draußen waren und bevor ich ihn fragen konnte was das jetzt war, schaut er mich an: "Du Mama, die war jetzt schon a bissl doof, oder?" Ich habe ihn nicht geschimpft, ich habe einfach nur Tränen gelacht. Im Anschlußgespräch wurde ich von der netten Dame, vorsichtig darauf aufmerksam gemacht, das Luca auf jeden Fall professionelle Förderung braucht, sonst wird das nichts mehr mit ihm, außer Förderschule vom ersten Tag an. Blöde nur, dass ich gerade von einer Vorschuluntersuchung bei meiner Kinderärztin kam, sie hat mir etwas ganz anderes erzählt. Luca könnte mit 5 locker in die Schule. In die Schule ist er trotzdem nicht. Laut Kindergärtnerin war er mit Spielen noch nicht fertig.

 

Ein Drama in den Augen der anderen. Schlechte Mutter weil? Ich nehme ihm ein ganzes Jahr. Er könnte doch viel schneller mit allem durch sein, wenn ich ihn früher einschule. Also Karriere machen, Geld verdienen und so. Ich nehme ihm ein ganzes Jahr um noch schneller in die höchsten Riegen der Führungsherrschaft aufzusteigen. Erfolgreich wird er, eh klar, ist allen Eltern schon am Tag der Geburt ihres Kindes klar :-) Bäcker und Friseure braucht, wenn es sich um den Erfolg des Eingenen Kindes handelt, kein Mensch mehr.

  

Schulzeit-Drama - go on!!!!!

Der „ERNST" des Lebens beginnt, Schule. Lernen von früh bis spät, Schluß mit lustig auf allen Ebenen. Lassen wir uns mal überraschen. So viele strahlende Kinder am Tag der Einschulung. Am meisten hat mein Sohn gestrahlt, glaube ich. Ich auch. Mein Vorsatz war, ihm von Anfang an die Schulzeit so gut, schön, spannend, lehrreich wie möglich zu gestalten. Eben eine „Neue Beste Zeit". Meine war relativ unlustig. Das lag nicht an meinen Eltern, sondern tatsächlich an den Lehrern. Aber egal, das ist rum ums Eck. Ein bisschen mehr über meine Schulzeit findest du hier.

 

Gedanken darüber gemacht was er jetzt nicht mehr machen kann, weil lernen angesagt ist, habe ich mir, ehrlich gesagt, im Vorfeld nie. Was wir, mein Mann und ich nie gemacht haben? Wir haben uns nicht vor den Kindern über Schule und Lehrer ausgelassen. Nieeeee!!! Mal abgesehen davon, dass es gar nichts gab worüber wir uns auslassen konnten. Es war immer ein gewinnbringender Austausch zwischen Kind, Lehrer und uns. Wir wollten einfach nur, das Moritz vom ersten Tag an Freude am lernen hat.

 

Um als besonders gute Mutter von einem Top Schüler zu glänzen, gehört natürlich gemeinsam mit dem Kind Hausaufgaben machen. Ein Alptraum vom ersten Tag an. Hausaufgaben fand ich als Kind schon ziemlich blöde, aber jetzt auch noch neben einem Kind sitzen, das noch nicht mal die banalsten Matheaufgaben lösen kann, na prima. Dass mein Kind so doof ist, habe ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht ausmalen können.  

 

Liebe Petra, halte dich mit deinen Worten zurück, bewahre Ruhe und gib das Beste um zu retten, was zu retten ist. Das nützt aber nichts. Kinder spüren es, wenn die Mama nicht zufrieden ist, werden unsicher und können noch weniger. Die Mama wird auch unglücklicher und das ganze Drama nicht besser. Also was tun, um nicht ganz als die größte Versagerin aller Zeiten dazustehen? Auf zur Lehrerin um gemeinsam eine gute Strategie zu finden. Tja, Moritz kann schon rechnen und Matheaufgaben lösen, aber eben nicht mit mir an der Seite. Das ist mir auch aufgefallen, als ich seine Hefte kontrolliert habe. Alles was er ohne mich macht, war okay.

 

Schlechte Mutter, keine Hausaufgaben, Note 6

Schlechte Mutter war ich in dem Fall, das ich in Zukunft keine Hausaufgaben mehr mit ihm gemacht habe.

 

Wie kann ich nur keine Hausaufgaben mit meinem Sohn machen, so wird das nichts mit meinen Kindern. Niemals!!!!!!

 

Und wie recht Sie alle behalten haben. Durch unseren Umzug, genau in dem Jahr als Übertritt auf Gymnasium  oder Realschule anstand, haben wir Moritz so aus dem Takt gebracht, dass er schlechter und schlechter wurde. Also Übertritts-Prüfung. Muss sein um zu retten was zu retten ist. Ergebnis? Eine glatte 6. Das muss man auch erst mal schaffen, aber ich sag´s euch, nie habe ich mich so schlecht gefühlt. Moritz hat geweint, weil er so blöde ist, ich habe bittere Tränen geweint, weil ich als Mutter so versagt habe. Nie wieder wird sich in dieser Hinsicht etwas zum guten ändern. Nie wieder. Jede Chance auf irgendetwas gutes ist genommen. Für immer. Oder doch nicht?  

 

Bei meinem Kleinen war es nicht viel besser. Lieber nichts tun, wie für Schule lernen. 4er und 3er waren an der Tagesordnung, von Übertritt auf eine Höhere Schule weit entfernt. Shit Happens, was soll's, für Pizzabäcker braucht man kein Einser Zeugnis und gute Pizzabäcker kann die Welt immer brauchen. 

 

Das heißt aber nicht, das ich mich damit so richtig, richtig, gut gefühlt habe. Irgendeine gute Lösung muss es geben. 

 

Gute Lösungen gibt es immer!

Man muss sie nur sehen und zulassen und dann feiern!!!!!!

 

Die erste gute Lösung, die sich uns in den Weg geworfen hat, war, wie kann es anders sein, Kinesiologie. 

 

Ich wurde mit jeder Fortbildung entspannter und positiver auf allen Ebenen. Für meine Kinder war es insofern Gewinnbringend, weil ich sie bei meiner Ausbilderin in eine „Entspannter lernen mit Kinesiologie" Gruppe gesteckt habe. Sie haben dadurch einen ganz andere Blickwinkel auf ihr können werfen können. Auf das, was sie wirklich können und wollen. Nicht ich, sie selbst, für sich.

 

 

Die zweite gute Lösung? Moritz, 6. Klasse, Oktober, Geburtstag, neuer Schulranzen. Ob der neue Schulranzen der Auslöser für die darauffolgende Note 1 (ich glaube in Englisch) war, keine Ahnung, spielt auch keine Rolle mehr. Diese erste Eins war wie ein Neustart. Ein Neustart für gute Noten in Serie. 

 

Die dritte gute Lösung? Luca hatte in der 3. und 4. Klasse eine richtige Alptraumlehrerin. Sie war richtig streng, strukturiert und mega klar in ihren Anforderungen an die Schüler. Bei nicht erfüllten Aufgaben, Extra Hausaufgaben oder länger in der Schule bleiben. Punkt. Keine Diskussion. Für mich, als nicht fördernde Mutter war das völlig okay. Für Luca blöde, weil er öfter mal Strafarbeit machen musste. Ein Satz dieser Lehrerin bleibt mir allerdings immer im Gedächtnis: „Kinder, die in die Schule gehen, können auch Verantwortung für das übernehmen, was von ihnen gefordert wird“. Die Kinder sind in der Schule, nicht wir Eltern. Ich habe die Lehrerin richtig gerne mögen, Luca auch. Sie war das beste was uns passieren konnte.

 

Von dem Zeitpunkt an habe ich mich noch mehr zurückgenommen was Schule betrifft. Ich wusste nie, wann irgendwelche Proben sind. Muss ich auch nicht, ich muss sie ja nicht schreiben und ich bekomme ja keine Noten mehr dafür. Mein Gott, was bin ich dafür schief angesehen worden. Sie kümmert sich keinen Pfurtz um die Zukunft ihrer Kinder.

 

Verantwortung abgeben, wo wir vermeintlich Verantwortung zu tragen haben ist nicht immer leicht und kann schon denn ein oder anderen Zweifel aufkommen lassen.  

 

Rabenmutter

Im Nachhinein? Es gibt keine Rabenmütter. Jede Seele sucht sich genau diese Eltern aus die es braucht um das zu lernen, was es in ihrem gewählten Leben zu lernen gibt. In bestimmten Bereichen war ich sicher keine gute Mutter und erst heute sehe ich einige Dinge wo ich mehr an mir hätte arbeiten können um es meinen Kindern leichter zu machen. Viele Macken die sie heute haben, spiegeln mir genau meine Macken oder die von meinem Mann wieder. Ich kann es heute nicht mehr ändern, mich damals so verhalten zu haben wie ich mich verhalten habe. Ich kann sie täglich nur bestätigen, sie sind gut so wie sie sind, egal welchen Weg sie einschlagen. Und wenn einer von beiden meint er möchte Pizzabäcker werden, gerne, ich liebe Pizza. Du auch? 

 

Ich denke:

  • Das schlimmste was wir unseren Kindern antun können ist sie als Vorwand zu benutzten irgendetwas nicht tun zu können, weil sie da sind.
  • Das schlimmste ist, für sich selbst keine Verantwortung zu übernehmen, weil man glaubt immer und ewig Verantwortung für sie tragen zu müssen. Damit lasten wir ihnen Verantwortung für das auf, für das sie nicht zuständig sind. 
  • Das schlimmste ist, seine eigenen Träume nicht zu verwirklichen. Dadurch hindern wir sie unbewusst ihre eigene Träume zu verwirklichen.
  • Das schlimmste ist, Kinder in Systeme pressen zu wollen, die wir erstrebenswert finden.
  • Das schlimmste ist, Kinder dazu zwingen, die eigenen nicht gelebten Träume zu verwirklichen.  

 

Ob die Jeans gebügelt ist, ob immer das perfekte gesunde Essen auf dem Tisch steht, die Mama immer fröhlich ist spielt doch gar keine Rolle. Ich glaube auch nicht, dass es eine Rolle spielt, wenn wir mal hysterische Anfälle bekommen, solange es nicht in Serie ist. Es gibt so viele Dinge, denen wir einfach zum falschen Zeitpunkt eine viel zu große Priorität einräumen, obwohl es Banalitäten sind. Oft ist es halt so, das uns das erst im Nachhinein bewusst wird. Sind wir deshalb schlechter als andere? Wichtig ist nur, dass wir erkennen. Nur so haben wir die Möglichkeit es in Zukunft anders zu machen und unseren Kindern somit zu zeigen, andere Wege sind möglich. 

 

Die größte Rolle spielt meiner Meinung nach, wie wir Eltern mit Situationen umgehen, dass wir immer und immer wieder aufstehen und unseren Fokus auf das positive und erreichbare richten. 

 

„Du Mami, warum brüstet ihr euch immer mit unseren Leistungen.                        Habt ihr nichts, worauf ihr AUF EUCH SELBST stolz sein könnt?“

 

 

Liebe herzliche Grüße 

Petra 


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Das ist ein Artikel für die Blogparade über Rabenmütter von Marianne Rott, der Mama-/Kindflüsterin von Mia Anima - Balance für Mutter & Kind. Auf ihre Seite kommt ihr hier www.mia-anima.at 

 

Gestern gab es zu dem Thema einen Artikel von der wunderbaren Vivien Schulter.  

 

Morgen erscheint ein Artikel über Rabenmütter von Sylke Mautsch.


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