Dankbar Sein

Immer Dankbar sein, oder lieber auch mal nicht?

Den ganzen Tag denke ich schon über Dankbarkeit nach. 

 

Ich bin generell ein sehr dankbarer Mensch, ich kann dankbar sein für die großen, sowie auch für minikleinen Dinge und Begegnungen im Alltag. Am Morgen beim Aufstehen bin ich dankbar für einen weiteren geschenkten Tag. Am Abend, vor dem Einschlafen erinnere ich mich an die schönen Begebenheiten des Alltags.

 

Das war nicht immer so, es braucht ein wenig Übung, dranbleiben und sich immer und immer wieder daran erinnern.

 

 

Dankbar sein macht vieles leichter

Die Haifischbeute

Im Laufe der Jahre habe ich, für mich, festgestellt, es bring rein gar nichts, wenn ich mich nur an negativen Gedanken festbeiße. Blutrünstig wie ein Haifisch, der  seine Beute nicht mehr loslässt. So kommt es mir manchmal vor, wenn wieder nur die schlimmsten, dramatischen und fürchterlichsten Neuigkeiten weitergegeben werden.

 

Weiterkommen, das Leben leichter leben mit nur negativ Botschaften, dass funktioniert gar nicht. Genauso wenig wie mit Jammern, sich klein machen und verstecken, ich bin ja noch lange nicht perfekt und gut so wie ich bin. Alle anderen, besseren, reicheren, schöneren erst mal vor, dann kommt lange nichts und dann komme ich. Völliger Blödsinn, wir sind alle gut so wie wir sind, jeder für jemand anderen, jeder auf seine Art. Doch nie für alle gleichzeitig. Ein Wunschtraum, dem wir gerne hinterherlaufen.  

  

Bewusst, aus dem Herzen heraus dankbar sein, führt auf ganz sanfte, leise, leichte Art aus negativen Gedankenmustern

Aber immer und für alles dankbar sein?

Manchmal finde ich das mit der Dankbarkeit übertrieben, oder besser gesagt unaufmerksam. Wie wäre es denn mal, wenn wir unser Augenmerk auf das legen, für das wir nicht dankbar sind. 

 

Sonntag Nachmittag im Garten

Strahlender Sonnenschein, die Kaffeetafel ist gedeckt, die Kuchen und Torten stehen bereit. Deine Lieblingsmenschen sind alle da. Der Himmel ist blau, die Blumen stehen in voller Blüte, die Katzen dösen zufrieden im Garten, der von Hasen träumende Hund wird von Schildkröten umkreist. Das Leben ist schön, ich bin glücklich, zufrieden und dankbar das es mir so gut geht. Und schiebe mir nebenbei, ganz unbewusst, in lauter Dankbarkeit schwelgend, bereits das dritte Stück Torte hinein. In dem Fall nützt mir Dankbarkeit nicht viel, außer ich will wieder in die zu groß geworden Hose hineinwachsen, ist aber nicht so, die ist mittlerweile eher zu eng :-(

 

Oder was nützt es mir, wenn ich mich täglich durch einen Job quäle, der mir gar keinen Spaß macht. Wo mich meine Kollegen oder der Chef knapp an den Rand eines Burnout treiben. Wo ich mir krampfhaft einreden will, ich musst Dankbar sein, dafür, dass ich einen Job habe, Geld damit verdiene. Mir deshalb ein Dach über den Kopf leisten kann und einen fahrbaren Untersatz um am nächsten Tag wieder in meine "heißgeliebte" Arbeit zu kommen. Gott sei Dank ist das bei mir nicht der Fall, aber in solchen Situationen finde ich dankbar sein nicht wirklich angebracht, sonder festhalten an Situationen, die ich meine, nicht ändern zu können.

 

Ich könnte auch dankbar sein, wenn ich mit meinem Auto liegenbleibe. Es könnte ja sein, dass ich dadurch etwas schlimmeren aus dem Weg gegangen bin. Es könnte, vielleicht, eventuell, keine Ahnung, ich bin keine Hellseherin. Ergo bin ich erst mal gar nicht dankbar. Ich kann auch dankbar sein, eine nette, lange nicht gesehene Freundin wieder getroffen zu haben. Vergesse und verdränge aber vor lauter Dankbarkeit, über das Wiedersehen, dass ich wieder einmal viel zu spät gekommen bin.

 

Dankbar und zufrieden am Abend ins Bett falle, obwohl ich zum hundertsten mal ja gesagt habe, zu irgendwelchen Aufgaben, die ich nicht machen möchte. Forderungen und Erwartungen nachkomme, die ich im Grunde meines Herzens gar nicht erfüllen möchte.   

 

Lauter Situationen, denen ich nicht, überhaupt nicht dankbar bin. Weder mir, noch sonst irgend jemanden oder Dingen die mir schön in meine Augen stechen. Da bin ich einfach nur unleidig, enttäuscht, wütend und sauer, auf mich und die Welt.

 

Dankbar sein für die Begebenheiten im Leben, die nicht so schön sind, die mir nicht gut tun. Sie zeigen mir den Weg wie ich es in Zukunft anders machen kann.

 

 

Dankbar erkennen was nicht rund läuft

Dankbar, achtsam, aufrichtig Bewusst-Sein

Ich bin ein sehr dankbarer Mensch. Aus meinem Herzen heraus. Ich liebe mein Leben, nicht immer, aber meistens.

 

Was nützt mir aber die ganze Dankbarkeit, wenn ich nicht Achtsam, Aufrecht und Bewusst mit meiner Realität umgehe, ich nur im Himmel der Dankbarkeit schwebe. 

 

Ich bin Dankbar, klar zu erkennen, wann ist es genug mit Dankbar sein und wann kann ich niemals nicht genug Dankbar sein.  

 

Liebe herzliche Grüße 

Petra

 

Ps.: Menschen und Begebenheiten für die ich sehr sehr dankbar bin.

        Abschied für immer

        Dankbar 

 

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