Komische Fragen an ......?

Das Leben, das Sterben, der Tod und die Möglichkeiten

Oft wird die Frage gestellt, was möchtest Du erreicht haben, wenn Du auf den Weg auf die andere Seite bist oder was möchtest du bis dahin noch erreichen.

 

Mich persönlich versetzt die Frage immer in Angst und Schrecken, löst Stress bei mir aus. Wehmütig blicke ich zurück, was habe ich nicht erreicht, wo habe ich mich immer wieder zurückgenommen. Wo habe ich dem Gefühl, ich kann das nicht, ich schaffe das nicht, ich darf das nicht, zu viel Raum und Platz in meinem Denken und Leben gegeben. Wo gebe ich mir in der Gegenwart das Gefühl, jetzt aber Gas, sonst schaffst du es nicht mehr mit deinen Visionen, Träumen, Wünschen und Zielen. Die Zeit läuft. Finde ich auch stressig.  

 

Das sind Fragen, die ich mir als junger Mensch noch nicht wirklich gestellt habe. Klar, mir stand die Welt mit all ihren Überraschungen und Möglichkeiten, ja noch viel mehr offen als jetzt mit 52 Jahren. Die Zeit nach hinten erschien mir endlos. Mit 20 stellt man sich andere Fragen wie mit 30, 40 oder 50 Jahren. Jetzt erscheint mir die Zeit nach hinten auf einmal gar nicht mehr sooooo endlos.

 

Und was wäre, wenn ich 100 Jahre alt werde?

Tja, was wäre wenn ich 100 werden würde?

 

Eine liebe Bekannte hat das letztlich zu mir gesagt. Sie geht immer davon aus das Sie 100 Jahre alt wird. Das fühlt sich für mich schon mal viel besser an.

 

Halbzeit nur kurz überschritten, super, da geht noch was :-) Da kann ich noch etwas erreichen, umsetzten, mir bis jetzt verwehrte Wünsche erfüllen. Stress löst sich in Luft auf, Zeit spielt keine so große Rolle mehr.

 

Das heißt nicht, dass ich mit Gewalt einen auf jung geblieben machen will, Miniröcke auf Anschlag oder bauchfreie Tops trage. Jeden Tag um meine Figur kämpfe und eine teure Facelifting Creme nach der anderen kaufe. Sicher denke ich manchmal, na ja, Du hast echt schon bessere Zeiten gesehen und der Faltenwurf im Gesicht wird nicht weniger, aber das ich mir deshalb graue Haare wachsen lasse, nicht wirklich. Außerdem sind meine Haare schon lange grau, und gefärbt. Ich färbe zwar nicht mehr im 14 Tage Rhythmus, so wie früher, mal blauschwarz, dunkelviolett, granatapfelrot oder karottenorange, aber trotzdem noch. Jetzt halt ein bisschen gediegener. Und Sport mache ich auch noch, nicht weil ich einen Waschbrettbauch brauche (von hätte gerne ist hier nicht die Rede), sondern weil es mir und meiner Seele gut tut.

 

Was mit 52 und nur Halbzeit auch super ist, ich kann noch mehr tun und lassen was ich will. Ich kann viel leichter nein sagen. Ihr wisst schon, die typischen Gesellschaftlichen Normen, dass tut man nicht, so hat man zu sein, hart arbeiten ist Programm bis ans Ende deiner Tage und blablabal....... Wer mag, gerne, ich nicht mehr. Früher bin ich oft unter dieser Last eingebrochen. Heute sage ich mir, aufrichten, nein sagen, weitergehen. Glaubensmuster, die mich früher ausgebremst haben, gibt es zum größten Teil nicht mehr, werden auch viel schneller entlarvt und abgelegt.  

 

Ein freiheitsliebender, leichter quertreibender Mensch war ich schon immer, ob es im Lauf der Jahre besser geworden ist? Nein, nicht wirklich, nur anders. Also liebe Welt, macht euch die nächsten 48 Jahre auf etwas gefasst. 

 

Der schlimmste Fall

Was würde mir im schlimmsten Fall passieren, wenn ich gestorben bin?

 

Nichts, gar nichts, überhaupt nichts. Ich weiß ja nicht wie es auf der anderen Seite aussieht, was mich erwartet. Noch nicht einmal genau, wie wird der Weg nach drüben sein. Vom hören sagen ja, aber genau weiß ich es nicht. Ich könnte mir 1000 Gedanken darüber machen, in allen möglichen Variationen ausmalen. Wissen werde ich ich es trotzdem nicht.

 

Fragen an die Zukunft

Ist es nicht genauso mit der Zukunft? Wir können sie uns in den schlimmsten Versionen vorstellen und in den tristesten Farben ausmalen. Auf ein Ergebnis werden wir einfach nicht kommen, ob wir wollen oder nicht, weil das Ergebnis in der Zukunft liegt.

 

Was spricht also dagegen, uns die Zukunft in den schillerndsten, buntesten Farben auszumalen. Fokussiert, zielstrebig und mit offnen Augen und Herzen darauf zugehen. Lebt es sich nicht mit positiven Gedanken um vieles leichter und schöner. Natürlich wird es immer etwas geben, was bescheiden ist und bleibt, aber wird irgendetwas davon besser, wenn wir unsere Gedanken nur auf trist und grau, auf Hoffnungslos ausrichten.

 

Wachsen aus vernachlässigen Samen die schönsten Blumen? Wachsen aus grauen Gedanken die schönsten Ideen? Ich glaube nicht. 

 

Wir werden alle älter, ob uns das gefällt oder nicht. In der Beziehung haben wir auch keine andere Wahl als uns diesem Prozess des Lebens hinzugeben. Wir haben allerdings immer die Wahl, das was wir jetzt denken, uns jetzt ausmalen, uns jetzt vorstellen.  

 

 

Unser Herz mag getragen werden, von uns, von unserer Liebe zu uns selbst.

 

 

Von Herzen liebe Grüße

Petra 

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