Eingestimmt in den Fluss des Lebens

 

 

Gleichgültigkeit

Gleichgültig sein. Du erlebst Situationen die dir völlig egal sind? Jeder andere fragt dich:  "Wie kannst du nur so gelassen reagieren?" Dir ist es aber so egal wie wenn in Moskau eine Schaufel umfällt oder sich in Chicago ein Ehepaar trennt. Das ist auch nicht weiter schlimm, du brauchst nicht bei allem, was du erlebst, hörst und siehst in tiefe emotionale Gemütszustände fallen. 

 

Bedenklich wird es nur, wenn dir alles, einschließlich dein eigenes Leben, egal und gleichgültig wird und ist. 

 

Vor 3-4 Jahren hat sich mir in den Kopf gesetzt, meinen fünfzigsten  Geburtstag erlebe ich bestimmt nicht mehr. Warum und wieso weiß ich heute nicht mehr. Glücklicherweise war Angst -zuuuufällig :-) ein Thema an einem kinesiologischen Übungsabend. Angst vor unbekannt. Meine Angst wurde abgelöst und mein Alltag gestaltete sich wieder leichter. Das ich vor 50 sterben könnte, daran dachte ich gar nicht mehr. Trotzdem habe ich mich an meinem Geburtstag gleich beim Aufwachen riesig gefreut, juhuuuuu 50. Mit 50 kann ich tun und lassen was ich will. Ich brauche mir nichts mehr vorschreiben lassen, ich brauche keine Ratschläge und Belehrungen mehr, was mir nicht gefällt lasse ich hinter mir, ich mache nur noch was mir will. Mit 50 ist man ja schon richtig richtig Erwachsen. Toll.

 

Ein paar Tage später wurde ein guter Bekannter von mir 50. Ich habe ihm gratuliert und gefragt wie er sich fühlt, ihm in meinem Enthusiasmus alle Vorzüge unseres Alters aufgezählt.

 

Die Antwort war wie ein Schlag ins Gesicht.

 

Jetzt ist eh schon alles egal und gelaufen

Wie geht es dir mit diesem Satz?  

 

Ich war sprachlos.

 

Was ist das für eine Perspektive für den Rest des Lebens. Sicher, es kann sein das wir morgen nicht mehr aufwachen, es kann aber auch sein das wir noch 5, 10, 20 oder mehr gute Jahre zu Verfügung haben. Würdest du sie in dieser Gleichgültigkeit verbringen wollen. Immer nur mit dem Blick zurück, was habe ich verpasst, was kann oder meine ich nicht mehr tun zu können.

  

Macht das Sinn?

Ich kann diese Frage nur für mich beantworten. Meine Antwort, für mich, lautet 

 

NEIN

 

Ich mag nicht starr und betäubt in die Zukunft schauen, abgekoppelt vom Leben und empfindungslos meinen Alltag meistern.

 

Macht das Sinn? Ist das Liebe? Liebe sich selbst gegenüber. Freude am Da-Sein.

  

Eingestimmt sein

Sich auf das Leben einlassen. Ein Gleichgewicht finden zwischen Tränen über Türen die sich hinter einem verschlossen haben und Freude empfinden über Türen die sich vor einem öffnen. Im Einklang mit sich selbst sein, sich selbst spüren. Anerkennen das nicht jeder Tag der allerallerbeste sein kann. Auch unsere Seele braucht Zeiten in denen wir uns wieder auf das fokussieren, was uns wichtig ist. Das sind die Tage, wo wir nicht himmelhoch jauchzend durch die Gegend rennen, sonder niedergedrückt über den Sinn des Lebens grübeln. Das sind die Zeiten, wo wir bewusst wahrnehmen, was ist mir wichtig und  wie kann ich meine Erfahrung schöpferisch und kreativ für meine Zukunft nutzen. Was möchte ich nicht mehr, was hindert mich daran sanft mit mir selbst umgehen. 

 

Wie und warum kann so ein Verhalten entstehen?

Wir agieren und reagieren auf drei Hauptebenen: Bewusstsein,  Unterbewusstsein und Körperebene. Alle drei Ebenen stehen im Wechselspiel zueinander. 

 

Was du jetzt im Augenblick liest, nimmst du bewusst wahr. Dein Unterbewusstsein hat aber zu einem bestimmten Thema, vielleicht Beruf oder Beziehung, Kreativität, Lebenslust eine Erfahrung. Es entscheidet für dich, gefallen oder nicht. Gefällt dir das Thema nicht, lässt dich dein Unterbewusstsein in der Gegenwart sofort in den Widerstand gehen und dein Körper drückt dieses Verhalten aus. Das kann dauerhafte Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Schlappheit sein usw. Dein Unterbewusstsein beeinflusst also deine bewusste Entscheidung, ob du willst oder nicht, und dein Körper spielt automatisch mit.

 

Ein Beispiel: Du langst als Kind auf die heiße Herdplatte, das tut höllisch weh. Dein Unterbewusstsein speichert Schmerz, dein Körper reagiert sofort und speichert auch Schmerz. Das nennt man Zeltspeicherung. Mit jeder Zellteilung wird diese Information weiter gegeben. Diesen Schmerz willst und wirst du in Zukunft vermeiden. In der Gegenwart wird alles in dir in Widerstand gehen, wenn du versucht bist deine Hand auf die heiße Herdplatte zu legen. 

  

Verschiedene Reaktionen

Schmerzen können allerdings verschieden Reaktionen hervorrufen, Kampf und Feindseligkeit um zu überleben oder Schwäche und Gleichgültigkeit um zu überleben.  

 

Nicht immer müssen es körperliche Schmerzen sein die dich in Kampfstellung gehen lassen oder dich schwach werden lassen. Es können auch Verletzungen deiner Persönlichkeit sein. Jemand kann dich ausgelacht, bloßgestellt, für dumm gehalten haben. Dein Unterbewusstsein hat ein schmerzliches Erlebnis gespeichert, dein Körper bringt deine Erfahrung zum Ausdruck und in der Gegenwart agierst und reagierst du so wie du reagierst. 

 

Kannst du dir nun vorstellen, warum du dich manchmal genau so gibst, wie du dich gibst, ob du es willst oder nicht. 

 

Verurteile dich nicht immer gleich, wenn du wieder mal anders reagiert hast als du wolltest. 

 

Stimme dich ein in den Fluss des Lebens. Hinter jeder Biegung warten Überraschungen auf dich. Sei neugierig wie ein Kind, gehe auf Entdeckungsreise.

 

Du kannst immer wählen neugierig und offen für neues zu sein

 

 

Alles Liebe und bis bald

Petra 

 

 

Welche Vorkommnisse lassen dich völlig gelassen bleiben? Wo reagierst du mit Gleichgültigkeit? Schreib mir doch gleich im Kommentar wie du den Unterschied wahrnimmst!

 

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